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Müssen Frauen und Männer beide jeweils 100% arbeiten? Müssen Großeltern Kinder hüten, damit Mama und Papa arbeiten können? Müssen Meetings bereits um 8.00 Uhr angesetzt werden? Müssen wir 7 Tage die Woche erreichbar und online sein?

Wegschauen war gestern: jede Berufsgruppe ist davon betroffen. Uns gehen die Fachkräfte aus. Es ist der Beginn einer endlosen Spirale. Denn ohne Fachkraft im Unternehmen sind weniger erfolgreiche Projekte realisierbar. Dies führt zu weniger Umsatz und Ertrag und in weiterer Folge zu weniger Wettbewerbsfähigkeit. So weit, so bedauernswert und vielschichtig.

Geht es um den Fachkräftemangel, denkt man vielleicht zuletzt an den Kern unserer Gesellschaft: die Familie. Sie ist aber der Hauptakteur für Erfolg und Misserfolg in einem Unternehmen. Ist ein Unternehmen familienfreundlich aufgestellt, bleibt es mit höherer Wahrscheinlichkeit wettbewerbsfähig. Um Familienfreundlichkeit umzusetzen braucht es Politik, Unternehmen und die Familien selbst.

Politik muss Rahmenbedingungen schaffen

Um Fachkräfte in die Berufswelt zu bringen, brauchen Familien eine funktionierende Kinderbetreuung über das gesamte Jahr, insbesondere auch während den Sommerferien. Hier werden Gemeinden und die Regios in Vorarlberg rasch über kooperative Lösungen nachdenken müssen. Die Kinder haben Ferien, die Unternehmen aber nicht.

Unternehmen müssen Familienkultur stärken 

Die Teilhabe von Mann und Frau muss selbstverständlich sein. Frauen können Teil der Lösung des Fachkräftemangels sein, werden alte Rollenbilder durchbrochen und Frauen auch ohne Quotenregelung in Führungspositionen gebracht. Eine familienorientierte Kultur und konkrete Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten und „home office“ Regelungen sind hier entscheidend.

Familie muss Eigenverantwortung leben

Und eines ist klar: solange ein Elternteil 100% arbeitet, hat das andere Elternteil zumeist wenig Chancen auf eine seiner Kompetenzen und Wünschen gerechten Position zu kommen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist meiner Meinung nach nur dann realisierbar, wenn die junge Generation diesen Gedanken bereits berücksichtigt. Eltern in Doppelteilzeit als Zukunftsmodell? In Dänemark leben dies bereits 30% der Familien.

Geht es um Fachkräftemangel, geht es auch um Familienfreundlichkeit. Je familienfreundlicher ein Unternehmen in Zukunft sein wird, desto mehr Fachkräfte wird es gewinnen können.


Ein automatisches Pensionssplitting mit Opt Out Möglichkeit muss kommen.

Wer mitten im Leben steht, Beruf und Familie lebt, muss auch an die Pension denken. Die Jahre der Kindererziehung ziehen auch finanzielle Verluste in den Pensionsbezügen mit sich. Frauenarmut ist ein reales Problem.

Seit fast 15 Jahren gibt es in Österreich das freiwillige Pensionssplitting, bei dem das erwerbstätige Elternteil seine Pension „splitten“ also teilen kann. Bis zu 50% seiner Teilgutschrift kann der Erwerbstätige auf das Pensionskonto des anderen Elternteils übertragen lassen. Die Übertragung kann bis zum 10. Geburtstag des jüngsten Kindes beim zuständigen Pensionsversicherungsträger beantragt werden. Das freiwillige Pensionssplitting wurde aber in den letzten Jahren nur von einzelnen Paaren angewandt, sei dies aufgrund von Unkenntnis oder Nichtwollens.

„Ein automatisches Pensionssplitting kann hier entgegenwirken und die Pensionskluft zwischen Mann und Frau verringern“, so Bundesrätin Martina Ess.


Jeder von uns kennt den Druck, den Smartphones erzeugen. Den Druck, erreichbar zu sein, den Druck, dem Piepsen nachzugehen, den Druck, die Inbox zu überprüfen, den Druck, zu wissen, was auf dem Smartphone passiert. Das Gerät verlangta´ nach Aufmerksamkeit, denn wir alle werden permanent gereizt.

Ablenkung verhindert Aufmerksamkeit
Im Klartext: Smartphones sind Meister der Ablenkung und folglich Kommunikationskiller Nummer Eins. Kinder sind damit enorm überfordert, denn die Kommunikation mit dem Bildschirm hört schlicht nicht mehr auf. Unter anderem gehören Smartphones deshalb nicht in Schulen.


© 2019 Martina Ess